Landtag von Baden-Württemberg

Aktuelle Umfragen zur Landtagswahl in Baden-Württemberg

Tage

Parteien im Überblick

Grüne

32.0% +6.8

Durchschnitt aus 1 Umfragen

Führend

CDU

26.0% -1.6

Durchschnitt aus 1 Umfragen

AfD

22.0% +3.0

Durchschnitt aus 1 Umfragen

Sonstige

6.0% -1.1

Durchschnitt aus 1 Umfragen

SPD

5.0% -3.6

Durchschnitt aus 1 Umfragen

Linke

5.0% -1.0

Durchschnitt aus 1 Umfragen

FDP

4.0% -1.9

Durchschnitt aus 1 Umfragen

Aktuelle Lage

Die Landtagswahl am 8. März 2026 war durch den Zweikampf der beiden Regierungsparteien geprägt, bei dem Bündnis 90/Die Grünen mit ihrem neuen Spitzenkandidaten Cem Özdemir trotz leichter Verluste einen knappen Vorsprung vor der CDU unter Manuel Hagel bewahren konnten – im neuen Landtag verfügen jedoch beide Parteien über jeweils 56 Mandate, eine ungewöhnliche Pattsituation . Während Özdemir von einer „Partnerschaft auf Augenhöhe" spricht, forderte die CDU zunächst eine Teilung des Ministerpräsidentenamts , was Özdemir jedoch ablehnte . Nach tagelangen Vorgesprächen haben die Grünen die CDU nun offiziell zu Sondierungsgesprächen eingeladen ; die CDU will am Freitag darüber entscheiden, ob sie die Einladung annimmt – was aber als sicher gilt . Abseits des Duells zwischen Grünen und CDU war das Ergebnis für die anderen Parteien bemerkenswert: Die AfD verdoppelte ihren Stimmenanteil und wurde drittstärkste Partei , der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch kündigte nach dem historisch schlechten Abschneiden noch am Wahlabend seinen Rückzug an , und die FDP verpasste erstmals seit Bestehen des Bundeslandes den Einzug in den Landtag .

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Stand: 19.03.2026

Verwendete Umfragen

InstitutDatumGrüneCDUAfDSonstigeLinkeSPDFDP
Allensbach10.04.202632.0%26.0%22.0%6.0%5.0%5.0%4.0%

Wahlanalyse

Landtagswahl Baden-Württemberg 2026: Ergebnis, Analyse und Regierungsbildung

Die Wahl zum 18. Landtag von Baden-Württemberg fand am 8. März 2026 statt– und lieferte einen der spannendsten Wahlabende in der Geschichte des Bundeslandes.Die Wahl war durch den Zweikampf der beiden Regierungsparteien geprägt, bei dem Bündnis 90/Die Grünen mit ihrem neuen Spitzenkandidaten Cem Özdemir trotz leichter Verluste einen knappen Vorsprung vor der CDU bewahren konnte.Laut ersten Prognosen lagen die Grünen zum Teil recht deutlich vor der CDU, doch im Lauf des Abends wurde dieser Vorsprung immer kleiner – auch drei Stunden nach Schließen der Wahllokale war noch unklar, wer am Ende gewinnen würde.Am Ende lag der Vorsprung bei rund 27.000 Stimmen.Damit bleibt die Sonntagsfrage zur Landtagswahl in Baden-Württemberg auch nach dem Urnengang ein heiß diskutiertes Thema – denn die Wahlumfragen der Wochen zuvor hatten diese Dramatik bereits angedeutet.

Ergebnis und Sitzverteilung im neuen Landtag

Nach dem vorläufigen Endergebnis der Landeswahlleiterin entfielen auf die Grünen 30,2 Prozent (56 Sitze), auf die CDU 29,7 Prozent (56 Sitze), auf die AfD 18,8 Prozent (35 Sitze) und die SPD 5,5 Prozent (10 Sitze). Die FDP erhielt 4,4 Prozent und ist nicht mehr im Landtag vertreten.Die AfD konnte ihr Ergebnis gegenüber der vorangegangenen Wahl fast verdoppeln und verzeichnete damit den höchsten Zugewinn bei dieser Wahl.Sowohl Die Linke als auch die FDP verpassten den Einzug ins Landesparlament.Besonders bemerkenswert:Da die sonstigen Parteien zusammen rund 7 Prozent der Stimmen erzielten, werden fast 16 Prozent der Wählerstimmen in der anstehenden Legislaturperiode nicht im Landtag vertreten sein.Es kam erstmals ein neues Wahlrecht zur Anwendung, das das von Bundestagswahlen bekannte System mit Zweitstimme für Landeslisten einführte.Zudem durfte ab dem Alter von 16 Jahren gewählt werden.

Die Spitzenkandidaten: Özdemir gegen Hagel

Der Wahlkampf war geprägt vom Duell zweier unterschiedlicher Persönlichkeiten.Spitzenkandidat der Grünen bei der Wahl 2026 war der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, der nun das Amt des Ministerpräsidenten anstrebt.Manuel Hagel ist seit 2023 Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg und wurde mit knapp 94 Prozent der Stimmen zum ersten Mal als Spitzenkandidat gewählt.Bei der Frage, wen man am liebsten als Ministerpräsidenten hätte, lag Cem Özdemir mit 47 Prozent weit vor Manuel Hagel, für den sich nur 24 Prozent aussprachen.Genau dieser Faktor der persönlichen Beliebtheit dürfte entscheidend für die Aufholjagd der Grünen in den letzten Wochen vor der Wahl gewesen sein.Lange lag die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel in den Umfragen deutlich vorn – wenige Tage vor der Wahl konnten die Grünen mit Özdemir dann aufholen.

Koalitionsoptionen: Grün-Schwarz als einzige realistische Option

Die Koalitionsfrage in Baden-Württemberg ist derzeit klar, wenn auch politisch brisant.Nachdem sowohl Grüne als auch CDU einer Koalition mit der AfD eine Absage erteilt haben, bleibt derzeit für eine Regierungsoption mit eigener Mehrheit nur die Option eines Bündnisses von Grünen und CDU.Die bisherigen Regierungspartner verfügen nun mit 112 von 157 Sitzen im Landtag sogar über eine Zweidrittelmehrheit und könnten damit sogar die Landesverfassung ändern.Doch die Verhandlungen gestalten sich schwierig:Beim Wahlsieger Cem Özdemir und dem Knapp-Verlierer Manuel Hagel herrscht aktuell „dicke Luft im Ländle".Innerhalb der CDU war der Ärger über den bisherigen Koalitionspartner zuletzt groß – viele Christdemokraten werfen den Grünen eine „Schmutzkampagne" im Wahlkampf vor.Hintergrund ist ein virales Video aus dem Jahr 2018, das wenige Wochen vor der Wahl von einer grünen Bundestagsabgeordneten verbreitet wurde und den Wahlkampf belastete.

Machtpoker um das Ministerpräsidentenamt

Besonders brisant ist die einmalige Pattsituation bei den Mandaten.Die CDU brachte eine Teilung des Ministerpräsidentenamtes nach „israelischem Vorbild" ins Spiel – zunächst sollten die Grünen eine halbe Amtszeit regieren und dann an die CDU übergeben. In Deutschland wäre dies ein Novum.Özdemir winkte jedoch direkt ab, denn es sei die Mehrheit der Wählerstimmen, die zähle.Auch könnte die CDU versuchen, sich ein Superministerium etwa aus Wirtschaft und Finanzen herauszuhandeln.Am 19. März kam dann Bewegung in die Sache:Die Grünen luden die CDU offiziell zu Sondierungsgesprächen ein.CDU-Landeschef Manuel Hagel erklärte, man werde „sorgsam" in den Gremien beraten, und unterstrich: „Wir sind eine moderne Volkspartei, die Verantwortung übernimmt."Die CDU will am Freitag darüber entscheiden, ob sie die Einladung annimmt – was aber als sicher gilt.

Verlierer des Abends: SPD, FDP und die kleinen Parteien

Abseits des grün-schwarzen Machtpokers war der Wahlabend für mehrere Parteien ein Debakel.Für die SPD verlief die Wahl desaströs: Mit 5,5 Prozent holte sie ihr historisch schlechtestes Landtagswahlergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik – der Landesvorsitzende Andreas Stoch kündigte noch am Wahlabend seinen Rückzug an.Für die FDP könnte das Ergebnis sogar der politische „Todesstoß" sein – in ihrem Stammland ist sie erstmals seit 1952 nicht mehr im Landtag vertreten.Ein zentrales Thema im Wahlkampf war angesichts der Krise der baden-württembergischen Industrie die Wirtschaftspolitik – allein in der Maschinenbau-Branche gingen 2025 fast 7.600 Arbeitsplätze verloren. Daneben prägten Fragen der Migration, der inneren Sicherheit sowie Bildung und soziale Themen die Auseinandersetzung.Die Landtagswahl in Baden-Württemberg als Auftakt des Superwahljahrs 2026 sendet damit ein deutliches Signal:Die Wahl in Baden-Württemberg eröffnet das Wahljahr 2026, in dem auch in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gewählt wird – und kann als Stimmungstest für die Bundespolitik gedeutet werden.

Stand: 19.03.2026